vom 2. Februar 2008

Bargteheides Emil-Nolde-Schule wird Regionalschule

„Wir bleiben weiterhin auch Grundschule"

Bargteheide (mpa). Derzeit kursieren Falschinformationen darüber, dass es bei einer Umstrukturierung der Emil-Nolde-Grund- und Hauptschule zur Regionalschule zum neuen Schuljahr 2008/2009 dort keine Grundschule mehr gäbe. Auch steht die Frage im Raum, ob die Grundschüler die Grundschulzeit an der neuen Regionalschule bis zur vierten Klasse absolvieren können. Schuleiter Hein-Dirk Stünitz, will die betroffenen Eltern aufklären: „Die Grundschule wird es weiterhin geben, auch wenn wir im Sommer 2008 Regionalschule werden", sagt er. Und er hebt noch einmal deutlich hervor, wie wichtig die Grundschule als Unterbau für die Regionalschule in Bargteheide ist.

Nach der Neuformierung der Schulsysteme beginnend mit dem Schuljahr 2008/2009 sollen in Bargteheide die Carl-Orff- und die Johannes-Gutenberg-Schule reine Grundschulen sein; daneben wird die Emil-Nolde-Schule als zweizügige Regionalschule auch eine zweizügige Grundschule vorhalten. Dazu gestaltet sich die Dietrich-Bonhoef er-Real-schule 2008/2009 zur vierzügigen Gemeinschaftsschule um, die Anne-Frank-Gesamtschule wird ebenfalls vierzügige Gemeinschaftsschule, bleibt aber bis 2010 noch Gesamtschule.

Für die Emil-Nolde-Schule als künftige Regionalschule ist darüber hinaus noch nicht absehbar, wie viele Schülerinnen und Schüler sie künftig insgesamt beherberge. „Keine glückliche Situation", sagt der Rektor, der mit seinen 29 Lehrkörpern gespannt ist auf die Anmeldezahlen für die Orientierungsstufe. Wie viele Realschulpädagogen Stünitz zusätzlich ab Sommer 2008 benötigt, weiß er noch nicht. Auch fehle noch das Signal aus Kiel: Nachdem die Schulträger die Umstrukturierung nach den Vorgaben des Landes ausgearbeitet und die Bargteheider Stadtvertreter diese im November 2007 absegneten, war die neue Schullandschaft damit noch lange nicht unter Dach und Fach. Jetzt mussten zügig Anträge der jeweiligen Schulen auf Umstrukturierung beim Bildungsministerium gestellt und ein Konzept vorgelegt werden. „Derzeit liegen in Kiel an die 100 Anträge auf Umwandlung zur Regional- oder zur Gemeinschaftsschule auf dem Tisch", weiß Stünitz, in dessen Schule derzeit 465 Grund- und Hauptschüler unterrichtet werden. In seinem vorgelegten Konzept für die Regionalschule sind die vielfältigen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren einbezogen. „Unsere Vorstellung von guter Schule hat sich nicht verändert", sagt er.

Auch künftig soll es die drei tragende Säulen der Schulbildung mit einem Höchstmaß an Flexibilität, Persönlichkeitsbildung und Berufsfindung beziehungsweise Berufsfähigkeit dort geben. Größtenteils werde im Klassenverband gearbeitet und nur in den Kernbereichen Deutsch, Mathe, Englisch leistungsorientiert gearbeitet, so Stünitz. Auch ein vielfältiges Angebot an zielgerichteten Projekte wird es weiterhin geben. Jeweils ein Haupt- und ein Realschullehrer bilden ab Sommer 2008 in den neuen Regionalschulklassen ein Lehrerteam. Mit einem weiteren Missverständnis räumt Hein-Dirk Stünitz auf: Die Emil-Nolde-Schule wird nicht ab Sommer 2008 insgesamt zur Regionalschule, sondern das neue Schulsystem wächst mit jedem neuen Schuljahr und mit jeder neuen Schulklasse in das bestehende Grund- und Hauptschulsystem hinein. Die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule, die derzeit fünf zügig gefahren wird, soll ab 2008/2009 vierzügige Gemeinschaftsschule sein. Auch dort wird noch in diesen Tagen noch auf ein O.K. aus Kiel gewartet. „ Fakt ist ", fasst Bürgermeister Werner Mitsch die spannende Lage an den Schulen kurz vor den Neuanmeldungen zusammen, „ dass wir alle vor einer neuen Situation stehen. " Nachdem es im Februar gezielte Einladungen der einzelnen Schulen zur Information über neuen Schulformen an die Eltern geben wird, sollen die Anmeldungen an die weiterführenden Schulen abgewartet werden. Auch ausführliche Beratungsgespräche sind an den Schulen möglich.