vom 8. Juli 2006

Ein Besuch ägyptischer Schüler in Bargteheide

Ägyptische Schüler finden: "das Beste hier ist das Wetter!"

Bargteheide (ei). Wenn Hatem, Ibrahim, Aly, Ali, Ahmed, Menna Hussein und Karim gefragt werden, was sie hier in Bargteheide am besten finden, kommt die Antwort prompt und einstimmig: „Das Wetter! Hier ist die Luft so gut, und es regnet sogar!". Angesichts der von ihnen als „kühl" empfundenen Temperaturen kommen die jungen Ägypter, die in Kairo auf die Deutsche Evangelische Oberschule gehen und für zwölf Tage zu Besuch in Stormarn sind, ins Schwärmen. „Es ist so angenehm, frische Luft zu haben", unterstreicht Menna das gute norddeutsche Klima. Seit über drei Jahren pflegen die Jungen und Mädchen der jetzigen Klasse 4a der Bargteheider Emil-Nolde-Schule den Briefkontakt zu den ägyptischen Freunden, jetzt war zum ersten Mal ein Besuchmöglich. Untergebracht in Gastfamilien, erleben Menna und ihre Schulkameraden den deutschen Alltag im Unterricht sowie im privaten Rahmen. Dabei stehen auch Ausflüge in den Naturpark Eckholt, nach Trappenkamp, Molfsee oder in den Hamburger Hafen auf dem Programm. Entstanden ist der nunmehr langjährige Kontakt zu der ägyptischen Schule durch Peter Nielsen, Klassenlehrer der 4a, der selber acht Jahre lang an der Deutschen Evangelischen Oberschule gearbeitet hat.

„Den Austausch haben wir uns schon lange gewünscht, und ich bin vor Kurzem noch einmal nach Kairo gereist, um mit den Eltern der für eine solche Reise noch sehr jungen Schüler alles durchzusprechen", so Peter Nielsen. Im deutschen Unterricht dreht sich zur Zeit natürlich alles um Ägypten, von den Pharaonen beginnend bis in die Moderne. Der Klassenraum ist ausgestattet mit vielfältigem Material, von Postern und Arbeitsbögen, Büchern und Atlanten bis hin zu einer Wasserpfeife, Tonkrügen und einer mit arabischen Zahlen versehenen Uhr. „Das sind alles Mitbringsel aus Ägypten, die für meine Schüler schon ganz vertraut sind", so der engagierte Pädagoge weiter. Auf die Frage, wie sie das Leben hier in Bargteheide finden, sprudeln Menna, Karim und alle anderen in einwandfreiem Hochdeutsch nur so drauf los. Einfach und sehr angenehm sei der Unterricht hier, es gäbe viel weniger Stunden und Hausaufgaben als in Kairo, alles ist schön, das Einkaufen toll und viel billiger, besonders die PC-Spiele, und einmalig sei natürlich immer wieder das gute Wetter. Für die Schüler der Deutschen Evangelischen Oberschule, an der 1200 Kinder unterrichtet werden und das Abitur bereits nach der 12. Klasse absolviert wird, mutet der Besuch in Stormarn wie ein Urlaub an. Schließlich besuchen sie in Kairo von Sonntags bis Donnerstags eine teure Eliteschule, in der schon im Kindergartenalter deutsch gelernt wird, in der höchste Ansprüche gelten und der Unterricht und Hausaufgaben deutlich umfangreicher ausfallen als in Bargteheide. So hofft Klassenlehrer Peter Nielsen, dass die Jungen und Mädchen seiner jetzigen Klasse auch nach dem Wechsel auf die weiterführende Schulen den Kontakt nach Kairo aufrechterhalten, um das dortige Leben von Menna und den sieben Jungen, die alle bereits mehrfach nach Deutschland gereist sind, einmal kennen zu lernen. „Unsere Schule ist toll. Wir haben ein eigenes Schwimmbad, einen Fußballplatz und einen Spielplatz. Es . gibt Frühstück und Mittagessen, und unsere Lehrer sind auch ganz nett", verrät Ali, der sich über Besuch aus Deutschland ebenso freuen würde wie seine Mitschüler.