vom 15. Dezember 2006

Ein handlicher Leitfaden macht Schule

Den so genannten Berufswahlpass gibt es schon seit einigen Jahren: Jetzt hat die Emil- Nolde- Schule einen handlichen Ableger aufgelegt und ist damit in Stormarn Vorreiter.

Bargteheide/vst - Startschuss für eine besondere Sache: Die Emil-Nolde-Schule in Bargteheide - Bildungsschmiede für 460 Schüler - geht in der Berufsorientierung eigene Wege und gibt Schülern ab der 5. Klasse nun eine eigene handliche, praktische und individuelle Fibel an die Hand, mit der sie ihre Chancen für die spätere Berufswelt verbessern können.
Darin finden sich Praktikumsbescheinigungen und verschiedene Qualifikationen wie etwa im sozialen Bereich wieder. Wenn beispielsweise ein Schüler in der Jugendfeuerwehr seinen Dienst tut oder als Küchenhilfe im Einsatz ist, wird das im Heft genauestens zertifiziert.
Beim Themenkomplex Mini-Betrieb Haushalt erfahren die Schulabgänger in spe, was dazugehört, auf eigenen Beinen zu stehen. Welche Kosten fallen an oder wie hoch ist die Miete? sind Fragen, die kompetent beantwortet werden. Breiten Raum nimmt die Bewerbung mit der richtigen Präsentation und akkuraten Unterlagen ein.
Lernkompetenztage, Maschineschreiben und Textverarbeitung vervollständigen das Angebot. Die Vorzeige-Fibel ist auf die einzelnen Jahrgänge bis zur 10. Klasse zuge
schnitten. In den Genuss der Dokumentation kommen somit etwa 140 Schüler.
Und das ist auch gut so: Denn Hauptschüler haben es heute immer schwerer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Neben dem Berufswahlpass greift nun das Emil-Nolde
-Heft im Jackentaschen-Format den Schülern kräftig unter die Arme.
Bei der Einführung der kleinen Dokumentationskladde betonte Schulleiter Heindirk Stünitz: „Uns kommt es vor allem auf eine fundierte und erfolgreiche Berufsvorbereitung an." Und die zahlt sich an der Emil-Nolde-Schule (ENS) aus. Denn es gebe nur ein bis zwei Prozent Abbrecher, wie Stünitz weiter erklärte. Und Initiator Jürgen Holst, Lehrer und Vorsitzender des Arbeitskreises Hauptschule, ergänzte: „Das Praktikum ist die große Chance. Ein Drittel unserer Schüler kommt letztlich durch absolvierte Praktika bei einem Betrieb unter. Das bestärkt uns darin, noch mehr in die Berufsorientierung zu investieren", unterstrich Holst.
Deshalb wird der Hebel schwerpunktmäßig auf das Praktikum gelegt: Schüler, die bereits in Betriebe reingeschnuppert haben, beraten jüngere und sagen, worauf es dabei ankommt. Auch das sei eine Besonderheit, teilte Heindirk Stünitz weiter mit.

Der Leitfaden begleitet die Jungen und Mädchen die ganze Hauptschule über. Wenn es dann ans Eingemachte, sprich an die Vorstellung für einen Ausbildungsplatz geht, können sich Unternehmen sofort einen guten Überblick über den Bewerber verschaffen. Zudem sehen sie auf den ersten Blick, wo die Schwächen und Stärken des Emil-Nolde-Schülers liegen.
Finanziert wurde die in blau gehaltene und pass-genaue Broschüre aus einem Topf des Verbundprojektes „Startpunkt Schule", an dem sich die Emil-Nolde-Schule beteiligt und das sich
folgendes auf die Fahnen geschrieben hat: Die Entwicklung und Erprobung verschiedener Maßnahmen zur besonderen Förderung benachteiligter Schüler, um auch ihnen einen erfolgreichen Übergang in das Berufsleben zu ermöglichen. Hier knüpft der neue Leitfaden der ENS an.
  
                                                                                                                                                                                             VOLKER STOLTEN


Nähere Informationen zum „Startpunkt Schule" oder zur Emil-Nolde-Schule (Grund- und Hauptschule/offene Ganztagsschule), Am Schulzentrum 11 a in Bargteheide, erhalten Interessierte im Internet unter den Adressen:
www.startpunkt-schule.de und www.emil-nolde-schule.de


Zielsetzung

Ziel der Emil-Nolde-Schule in Bargteheide ist es, bei Schülern eine Haltung zu erreichen, die sie zu lebenslangem Lernen befähigt. Bestandteile dieser Haltung sind unter anderem: