November 2006

Liebe Eltern, liebe Erziehungsberechtigte,

der Herbst steht vor der Tür und die Tage werden wieder kälter. Es beginnt wie jedes Jahr die Zeit, in der die meisten Läusemeldungen auftreten.

Um rechtzeitig einen Läusebefall zu erkennen und zu behandeln, lesen Sie sich bitte die folgenden Informationen sorgfältig durch. Je mehr Eltern/ Erziehungsberechtigte sich nach den Hinweisen richten, desto eher ist ein Erfolg möglich.


Kopfläuse - was nun ??

Kopfläuse sind flügellose Insekten. Sie sind in Europa seit jeher heimisch. Ein bis drei Prozent der Kinder in den Industrieländern haben Kopfläuse. Sie leben auf dem behaarten Kopf von Menschen und ernähren sich von Blut, das sie aus der Kopfhaut saugen. Lausweibchen legen in ihrer 4 wöchi-gen Lebenszeit ungefähr 300 Eier. Diese befinden sich in durchsichtigen Hüllen, die am Haaransatz festkleben und Nissen genannt werden. Aus den Eiern schlüpfen binnen 7-10 Tagen Larven. Nach dem Schlüpfen werden die Nissen heller und besser sichtbar. Mit dem Wachstum des Haars entfernen sie sich ca. 1 cm pro Monat von der Kopfhaut und können noch Monate nach erfolgreicher Behandlung am Haar kleben. Die Larven werden in den ersten 7 Tagen nicht übertragen und entwickeln sich binnen 10 Tagen zu geschlechtsreifen Läusen. Läuse sind meist grau und werden 3 mm groß. Sie sind ziemlich flink. Deshalb findet man eher einmal Nissen. Beweis für einen Kopflausbefall ist allein das Auffinden lebender Läuse.

Jeder Mensch kann Kopfläuse bekommen. Sie werden in der Regel bei direktem Kontakt von Kopf zu Kopf übertragen; der indirekte Weg über gemeinsam benutzte Kämme, Bürsten und Textilien ist eher die Ausnahme, denn Kopfläuse sind alle 2 - 3 Stunden auf eine Blutmahlzeit angewiesen, sonst trocknen sie aus und sterben spätesten nach 55 Stunden. Kopfläuse können weder springen noch fliegen, aber sie krabbeln sehr schnell. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Filzläusen, die am Körper leben, und den Kleiderläusen, spielt mangelnde Hygiene beim „Erwerb" von Kopfläusen keine Rolle. Allerdings verursachen Kopfläuse lästigen Juckreiz und - infolge des Kratzens - entzündete Wunden auf der Kopfhaut.

Wir bitten Sie, vorbeugend die Haare Ihres Kindes regelmäßig gründlich auf das Vorhandensein von Kopfläusen zu untersuchen. Am besten scheiteln Sie das Haar mit einem feinen Kamm und suchen unter guter Beleuchtung streifenweise die Kopfhaut ab. Besonders gründlich sollten Sie die Stellen an der Schläfe, um die Ohren und im Nacken nachsehen. Alarmzeichen für Läusebefall sind häufiges Jucken oder (entzündlicher) Ausschlag.

Wenn Sie lebende Läuse oder Nissen finden, sollten Sie unverzüglich eine Behandlung mit einem Mittel gegen Kopfläuse durchführen. In diesem Fall sind Sie auch zur Mitteilung an den Kindergarten, die Schule oder sonstige Gemeinschaftseinrichtung verpflichtet. Hieraus erwachsen Ihnen keine Nachteile, denn Ihr Kind kann bereits am Tag nach einer korrekten Behandlung die Einrichtung auch ohne ärztliches Attest wieder besuchen. Ein ärztliches Attest ist nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts nur dann erforderlich, wenn es sich um einen binnen 4 Wochen wiederholten Kopflausbefall gehandelt hat. Nissen, die nach der ersten Haarwäsche noch vorhanden sind, stellen keinen Grund dar, einem Kind den Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung zu verwehren, wenn eine zweite Behandlung vorgesehen ist. Die erforderliche zweite Behandlung sollte nach 8-10 Tagen erfolgen, um die Läuseplage sicher loszuwerden. Nissen, die auch nach der zweiten Haarwäsche am Haar kleben geblieben sind, sind in aller Regel „leer". Dennoch sollten sie zur Vorsicht entfernt werden. Dafür kann die Anwendung eines sogenannten Nissen-Kamms hilfreich sein.

Insektizidhaltige Mittel zur Abtötung von Kopfläusen (im folgenden „Läusemitter" genannt) sind äußerlich anzuwendende Lösungen, Shampoos oder Gele. Die insektentötenden („insektiziden") Substanzen z.B. mit dem Wirkstoff Permethrin gewährleisten bei korrekter Anwendung einen Behandlungserfolg. Dies wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Insektizidfreie Mittel, Heißlufthauben, Saunabesuche und andere Hausmittel sind unzuverlässig. Leider sind die gut wirksamen Läusemittel in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwendbar. Die Behandlung von Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern sollte ohne Chemie, d.h. durch Auskämmen des mit 3%-iger Essiglösung angefeuchteten Haars (2 x wöchentlich über 4 Wochen) oder unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Auch bei Kopfhautentzündung sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Ansonsten spricht nichts gegen eine Behandlung in alleiniger elterlicher Regie. Entscheidend ist, dass die Gebrauchsanweisung des Läusemittels genau befolgt wird.

Läusemittel sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Sie können sich die Mittel auch vom Arzt verordnen lassen; in diesem Fall trägt die Krankenkasse die Kosten. Es stehen mehrere insektizidhaltige Läusemittel zur Verfügung, über die Sie Ihr Arzt oder Apotheker gerne berät.

Zusätzlich ist eine Reinigung der Kämme, Haar- und Kleiderbürsten, Fußböden und Polstermöbel erforderlich. Um den Behandlungserfolg sicherzustellen, sind Handtücher, Leib- und Bettwäsche bei mind. 60° zu waschen und im Wäschetrockner zu trocknen oder chemisch reinigen zu lassen. Nicht kochfeste Kleidungsstücke oder Spielzeug, z.B. Plüschtiere können für 2 Tage eingefroren oder 2-3 Wochen in einem gut verschlossenen Plastiksack bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt oder Hausarzt, die zuständige Gemeinschaftseinrichtung ( Schule, Kindergarten), oder an das Gesundheitsamt.


Kreis Stormarn
Fachdienst Gesundheit
Reimer-Hansen-Straße
23843 Bad Oldesloe


Ansprechpartner:

Herr Bessert             04531/160-468
Herr Boldt                04531/160-208
Frau Gasche             04531/160-674
Frau Hansen             04531/160-122
Frau Miekley            04531/160-549