vom 17. Mai 2006

KURSUS DIE EMIL-NOLDE-SCHULE BEREITET IHRE SCHÜLER AUF DIE PRÜFUNG VOR

Auch Mofafahren will gelernt sein

20 Jugendliche machen mit. Zwei Mofas und sechs Roller im Wert von 10 000 Euro stehen für den Unterricht bereit.

Cornelia Büddig
Bargteheide

Blauer Qualm von Zweitakter-Benzin liegt über dem Pausenhof der Emil-Nolde-Schule (ENS) in Bargteheide, dazu dröhnen die Motoren von zwei Mofas und sechs Rollern. Jugendliche kurven mit den Zweirädern durch einen Slalom, der mit Hütchen markiert ist. Es ist ihre zweite Praxisstunde. Ehrgeiziges Ziel der Jungen und Mädchen: Sie wollen den Mofa-Führerschein bestehen. In der ENS-Mofa-Schule bereiten sie sich gemeinsam auf die Prüfung vor.
Jaqueline (16)
fühlt sich noch etwas unsicher. Aber sie bewältigt den abgesteckten Parcours einwandfrei. „Ich mache die Mofa-Prüfung als Vorbereitung für den Auto-Führerschein", sagt die Hauptschülerin aus der neunten Klasse. Fatih (14) aus Delingsdorf meint: „Die Unabhängigkeit von meinen Eltern ist mir wichtig."
Die restlichen Teilnehmer aus der Gruppe nicken zustimmend. „Ich muß dreimal in der Woche von Bargteheide nach Eichede zum
Fußball-Training", berichtet Maximilian (14). „Da können mich meine Eltern gar nicht immer fahren", ergänzt er. Tim (14) mag weite Strecken, etwa von Bargteheide zum Fußball nach Delingsdorf, nicht mehr mit dem Rad fahren. Einen gedrosselten 50er Roller hat er sich bereits gekauft. Für die 20 Teilnehmer des Kurses ist es die zweite Fahrstunde. Tips bekommen sie von Lehrer Klaas Bröcker (32), der die Mofa-Schule leitet.

"Die Jugendlichen erleben die Schule einmal ganz anders."

Die Jugendlichen treffen sich jeweils montags und donnerstags. Meistens müssen sie Theorie pauken. Aber es sind in dem halbjährigen Lehrgang auch Praxisstunden vorgesehen. Für dieses Training stehen zwei Piaggio-Mofas und sechs Pegasus-Roller bereit. Rund 10 000 Euro hat die Schule für die Fahrzeuge und die übrige Ausrüstung der erst vor einem halben Jahr gegründeten Mofa-Schule ausgegeben. Es waren öffentliche Mittel aus einem Bundesprogramm zur Förderung von offenen Ganztagsschulen.
„Es bringt den Schülern hier viel Spaß", sagt Klaas Bröcker, der als Mofa-Lehrer eine Zusatzausbildung absolviert hat. „Die Jugendlichen erleben Schule einmal
ganz anders. Sonst leiden sie bei mir ja im Unterricht zum Beispiel beim Satz des Pythagoras" fügt er hinzu. In einer nächsten Praxisstunde werden die Jugendlichen gezielt schwierige Verkehrssituationen üben etwa das Linksabbiegen.
Die Jugendlichen
zahlen für den Kursus, der sie auf die Prüfung vorbereitet, nur die Benzinkosten sowie 28 Eure für das Unterrichtsmaterial Hinzu kommt die Prüfungsgebühr von 11,50 Euro. Neben diesem Lehrgang gibt es an der ENS mittwochs zusätzlich noch eine Arbeitsgemeinschaft „Mofa" für Schüler der siebten bis zehnten Klasse.