vom 6.11.2004

Im Blumengarten von Nolde

Sie haben mit Stoffmalfarben Taschen bemalt, mal ganz in Blautönen, mal in Rot und Gelb, die wunderschöne Blumen zeigen und sehr kunstvoll und gelungen sind. Ebenso beeindrucken ihre Tuschezeichungen, bei denen die Blumen leicht verschwommen wirken und dadurch eine umso größere Ausstrahlungskraft haben. Wie ganze Mohnfelder blühen sie in kräftigem Rot und laden den Betrachter zum Verweilen ein. Als Vorlage dienten den Mädchen Bilder des Malers Emil Nolde, Namensgeber der Grund- und Hauptschule im Bargteheider Schulzentrum, die ihre diesjährigen Projekttage thematisch ganz den Blumenbildern Noldes widmete.

In 22 jahrgangsübergreifenden Projekten waren die Mädchen und Jungen der Grundschule aufgerufen, mit ganz unterschiedlichen Techniken Blumen à la Nolde zu malen, zu basteln, zu filzen oder zu stempeln. Blumen aus Salzteig und Wollfäden, aus Papierschnipseln und Pappen  boten sich den zahlreicher Besuchern im Foyer der Schule, zudem waren Minigärten in Schuhkartons und Lampen aus Pergamentpapier, bemalt in zartesten Pastelltönen, zu bestaunen. Kleine Ausflüge zu Blumenbildern von Claude Monet, Vincent van Gogh und Max Ernst waren ebenfalls erlaubt und demonstrierten den Schülern zugleich die unterschiedlichen Sichtweisen von mehreren Malern einer Kunstepoche. „Dank der Mithilfe vieler Eltern, die zum Teil eigene Projekte gestaltet haben, konnten wir die Gruppen klein halten und so mit jeweils circa 12 bis 15 Kindern arbeiten. Dadurch waren solche Angebote wie das Filzen oder die Frottagetechnik überhaupt möglich, die im Klassenverband nicht zu leisten sind", so Doris Renard, die die Projekttage gemeinsam mit ihren Kolleginnen Elke Mathias und Susanne Köpper vorbereitet hat.

Doch auch für die Hauptschüler der Emil-Nolde-Schule standen während der Projekttage andere Themen auf dem Stundenplan. Hier ging es klassenintern um das „Verbraucherverhalten". Während sich die fünfte Klasse dem Thema Taschengeld widmete und in der sechsten über Werbung geforscht wurde, standen die Projekte „Gesunde Ernährung" und „Verkaufsstrategien von Supermärkten" auf dem Tagesprogramm der siebten und achten Klasse. Ganz nah am Leben dran war die neunte Klasse, in der die Teenager unter dem Motto „Miniaturbetrieb Haushalt" gefordert waren, sich, vorerst noch theoretisch, eine Wohnung zu mieten, einzurichten und mit einem bestimmten monatlichen Auskommen zurecht zu kommen. Fragen wie Stromrechnungen, Wasser und Telefon, Kosten für Lebensmittel und die Anschaffung von Möbeln, die realgetreu bei einem Ausflug zu einem Möbelmarkt durchgespielt worden waren, ermöglichten den Schülern dabei einen Einblick in das Leben unter eigener Verantwortung.