vom 19.November 2005

Erfolgreiche Berufsfindungsphase für Hauptschüler

Bargteheide (ei). Patrizia Queiser aus der zehnten Klasse der Emil-Nolde-Grund-und Hauptschule hat sich nach Abschluss ihres Berufspraktikums in der Damenschneiderei Vogt in Kumpel gut auf die vielen Fragen ihrer jüngeren Mitschüler vorbereitet. Ein von ihr selbst gestaltetes großes Plakat im Rahmen der Aktion „Schüler beraten Schüler" gibt Aufschluss über den Betrieb, den Beruf mit seinen Produkten und Arbeitszeiten, den Leistungen des Betriebes und dem erforderlichen Schulabschluss. Aus eigener Erfahrung weiß die Schülerin nun, ob eine Ausbildung als Schneiderin für sie in Frage kommt oder nicht, während die jüngeren Schüler aus erster Hand den Arbeitsalltag in der Schneiderei mit allen von Patrizia positiv oder negativ empfundenen Aspekten erzählt bekommen. Für einige der Zehntklässler steht bereits fest, in welche Berufsrichtung sie gehen wollen, so wie Sergius Schreiber und sein Freund Peter Maier, die beide unbedingt KFZ-Mechatroniker lernen wollen und bereits mehrere Praktika in diesem Berufszweig gemacht haben. Auch Patrick Dirk weiß ganz genau, das er Zimmerer lernen möchte. Nach dem Berufspraktikum hat er bereits eine Lehrstelle in seinem Praktikumsbetrieb Holzbau Gehrmann GmbH in Hoisdorf zum 1. August 2006 sicher - ein voller Erfolg, der dem Hauptschüler Sicherheit und Selbstvertrauen gibt. Einer der tradierten Bausteine in der Berufsfindungsphase der Emil-Nolde-Grund-und Hauptschule sind die zweiwöchigen Berufspraktika, die kürzlich für den zehnten Jahrgang zu Ende gingen. Nun gab der älteste Jahrgang der Hauptschule sein Wissen und seine Erfahrungen an die Schüler der siebten bis neunten Klassen weiter. Von der Hotelfachfrau bis zum Frisör, vom Heilerzieher bis zur KFZ-Lackiererin, vom Kaufmann bis zum Tischler reichte die Bandbreite der Berufszweige, in die die Schüler hineingeschnuppert hatten. „Die Berufsorientierung an unserer Schule beginnt bereits in der siebten Klasse mit dem Wirtschafts- und Politikunterricht. Später kommen die Praktika dazu, in denen die Schüler die Möglichkeit haben, ihre beruflichen Neigungen kennen zu lernen", so Uta Schwarz-Aeschbacher. Eine gründliche Nachbereitung mit Praktikumsbericht, dem Üben von Bewerbungen und Lebensläufen sowie die hauseigene Messe-Aktion „Schüler beraten Schüler" vertiefen die Erfahrungen der Schüler und geben Möglichkeit zur Reflektion, von der wiederum die jüngeren Mitschüler profitieren. „Wir haben an unserer Schule seit Jahren eine Erfolgsquote von fast 100 Prozent. Nach der neunten Klasse absolviert die Hälfte der Schüler auch noch Klasse zehn, die anderen gehen in ihre Ausbildungen oder an die Berufsfachschule", erklärt Schulleiter Dirk Stünitz. Fast alle seine Hauptschüler finden eine Lehrstelle oder einen Ausbildungsplatz und liegen damit scheinbar deutlich gegen den allerorts dargestellten Negativ-Trend. „Wir können für Bargteheide gute Ergebnisse vorweisen. Was vielleicht für Hamburg zählt, gilt nicht für unsere Schule", unterstreicht Stünitz die Arbeit der Emil-Nolde-Schule im Hauptschulbereich.